Ich freue mich, dass ich in der dritten Episode der Podcast-Sonderedition des University Research Priority Program (URPP) Digital Religion(s) der Universität Zürich zu Gast sein durfte.
Unter dem Titel «In dubio pro Datenschutz» – Religionsgemeinschaften im Kontext von Digitalisierung und Recht sprechen wir über die rechtlichen Herausforderungen, denen Religionsgemeinschaften im digitalen Zeitalter begegnen. Das Gespräch knüpft an meine Forschung an der Schnittstelle von Kirchenrecht, Religionsrecht, Datenschutzrecht und Regulierung digitaler Technologien an.
Worum geht es?
Im Podcast diskutieren wir unter anderem folgende Fragen:
- Welche Besonderheiten weist das christliche Kirchenrecht im Vergleich zu rechtlichen Fragestellungen jüdischer und islamischer Traditionen auf?
- Welche Auswirkungen haben Datenschutzregelungen auf die Seelsorge und religiöse Praxis?
- Warum engagieren sich Kirchen zunehmend in europäischen Gesetzgebungsverfahren, etwa im Zusammenhang mit dem AI Act?
- Welche Rolle spielen Religionsgemeinschaften bei der Entwicklung digitalpolitischer Debatten?
- Wann wird Datenschutzrecht zugleich zu Religionspolitik?
Ein besonderes Anliegen des Gesprächs ist es zu zeigen, dass rechtliche Regelungen nicht lediglich Grenzen setzen, sondern zugleich Räume für religiöse Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe eröffnen können. Datenschutz erscheint dabei nicht nur als Einschränkung, sondern vielfach auch als Voraussetzung für Vertrauen, Vertraulichkeit und die Ausübung religiöser Praxis.
Forschung zwischen Ermöglichung und Begrenzung
Meine Forschung untersucht, wie Religionsgemeinschaften auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren und welche Rolle das Recht dabei spielt. Dabei interessieren mich insbesondere Fragen der kirchlichen Selbstbestimmung, des Datenschutzes, der Plattformregulierung sowie der Regulierung Künstlicher Intelligenz.
Im Podcast erläutere ich unter anderem, weshalb ich den Grundsatz „in dubio pro Datenschutz“ kritisch diskutiere und weshalb datenschutzrechtliche Entscheidungen in bestimmten Konstellationen zugleich Auswirkungen auf die Religionsfreiheit und die Autonomie religiöser Gemeinschaften entfalten können.
Als Fallbeispiel greifen wir zudem die „Jerusalema Dance Challenge“ auf und zeigen, wie sich eine Moscheegemeinde von einer Initiative der katholischen Kirche inspirieren ließ – ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung auch neue Formen religiöser Kommunikation und des interreligiösen Lernens ermöglichen kann.
Jetzt anhören
Die Episode ist auf den gängigen Podcast-Plattformen verfügbar:
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Weitere Hintergrundinformationen zur Podcast-Reihe finden sich außerdem auf dem Instagram-Kanal @erleuchtung_garantiert.
Ich danke dem Team des URPP Digital Religion(s) herzlich für die Einladung und die Möglichkeit, zentrale Ergebnisse meiner aktuellen Forschung einem breiteren Publikum vorzustellen. Der Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit ist für mich ein wesentlicher Bestandteil universitärer Forschung und trägt dazu bei, komplexe rechtliche Entwicklungen verständlich und praxisnah zu vermitteln.
